Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Hier geht es um die Technik des Passat/Santana Typ 32/33 und 32B
Applause
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Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Applause »

Moin habe da 1 bzw. 2 Probleme mit meinem DS und 2E2 Vergaser
1. Sägender Leerlauf
Zwischendurch fängt der Leerlauf an zwischen "fast aus" und 500 U/Min zu schwanken.
Gibt man etwas Gas dann geht es. Beim Fahren ist dann nichts davon zu merken.
Irgendwann gibt sich das dann wieder. Provozieren kann man es, in dem man mit dem
Gaspedal spielt. Irgendwann fängt sich der Leerlauf dann langsam wieder.

Durch Zufall habe ich herausgefunden, wenn man den Unterdruckschlauch bei
laufenden Motor vom Zündverteiler abzieht und wieder steckt, fängt der Leerlauf genauso
wieder an zu sägen. Allerdings nur für 5-10 Sekunden, dann ist wieder alles normal.
Daher meine Idee das was mit dem Zündverteiler nicht stimmt

Musste dann aber abbrechen mit der Fehlersuche und konnte noch nicht weitermachen.

2. Bocken beim Halten der Geschwindigkeit
Sehr selten kommt es vor das sich der Motor beim Halten der Geschwindigkeit kurz,
aber kräftig, verschluckt. So als wenn der Sprit ausbleibt oder die Zündung aussetzt.
Aber nur dann, beim Beschleunigen gibs keine Probleme.

Aufgrund von Problem Nr.1 ist meine Vermutung das Nr.2 damit zusammen hängen könnte.

Bevor ich mit dem Passat fahren konnte habe ich folgendes erneuert:
- alle U-Druckschläuche
- alle Benzinleitungen im Motorraum
- Benzinfilter und Antiblasendings
- Vergaserfußdichtung
- Zündkerzen, -kabel, -verteilerkappe, -verteilerfinger
- Dennstoffelement

Vielleicht hat ja jemand noch einen Angriffspunkt für mich
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Applause
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Applause »

Roman hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 20:09
Jeder Motor hat einen anderen Zündverteiler.
Auch die vom RL und DT sind nicht gleich!

Fliehkraftbeginn ist beim DT bei 850-1200 UPM; beim RL dagegen erst bei 1000-1300 UPM.
Fliehkraftende ist beim DT bei 4500 UPM; beim RL bei 5400 UPM.
Unterdruckverstellung Beginn beim DT ist bei 160-200 mbar und Ende bei 310 mbar.
Beim DT Beginn bei 60-120 mbar, und Ende bei 280-320 mbar.

Der für den DS hat noch einmal andere Werte.

Grüße
Roman
Ich lese daraus, das man zum Testen durchaus einen Verteiler vom anderen Motor
nehmen kann, aber dann mit schlechteren Fahrwerten rechnen muss.

Könntest du interessehalber die Werte für den DS auch noch Bereit stellen?

Gruß Piet
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paul_mh
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von paul_mh »

Hallo Piet,

Also als nächstes wäre da auf jeden Fall einmal die Unterdruckdose am Verteiler zu prüfen: einfach Schlauch dran und Vakuum ansetzten (geht auch mit dem Mund) und schauen ob sie dicht ist. Diese Dose kannst du auf jeden Fall testweise von einem anderen Verteiler nehmen ja! Aber wie eben Roman im zitierten Post geschrieben hat: Leistung und Verbrauch sind dann in manchen Bereichen wohl nicht mehr optimal.

Als nächstes würde ich nochmal ganz nüchtern alle Unterdruck-Sachen durchchecken, die Anleitung inklusive Unterdruckschlauch-Plan hast du? Kann ich dir sonst gerne per Mail schicken, hab die als pdf.

Und wenn du eh am Verteiler dran bist: im unteren Bereich ist ja die Fliehkraftverstellung, die passt zwar meines Erachtens nicht zu deinen Symptomen aber einmal reinigen, kontrollieren und schmieren kann da natürlich auch nicht schaden.

Beste Grüße,
Paul
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Herr Phillson »

Hallo,

ich hatte ein ähnliches Sägen allerdings nur im Kaltlauf.
In meinem Fall war der Unterdruck Anschluss an dem grünen „Ball“ defekt.
Das hat sich wohl auf die Pulldown Dose ausgewirkt.

Taucht das Problem auch bei betriebswarmen Motor auf?
Wenn nein könnten auch Starterklappe oder eine verstellte Warmlaufkurve für das beinahe absterben verantwortlich sein.

Mfg Philip
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Applause »

Das "Sägen" ist nur im warmen/heißen Zustand und auch eher selten.
Leider ist das aktuell nicht das Wetter um in einer unbeheizten Garage zu schrauben,
sonst wäre ich evtl schon weiter.
Müsste eigentlich auch die Abgaskrümmerdichtungen tauschen, aber das macht aktuell
absolut keinen Spaß.

Gruß
Piet
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von WinfriedB »

Da unsere schönen Autos schon alle etwas in die Jahre gekommen sind, muß man auch an Ursachen denken, die im "Normalbetrieb" (d.h. 10 Jahre Nutzung) nicht auftreten können:
- Unterdrucksystem: hier gammeln die Gummischlauch-Verbindungsstücke gerne weg. Sie lassen sich durch EPDM-Benzinschlauch 3,5 bis 4mm Innenweite ersetzen.
- Zündverteiler: Aus eigener Erfahrung würde ich da eine Komplettüberholung inkl. vorsorglichem Teiletausch empfehlen. Bei mir saß die Fliehkraftverstellung total fest. Der Verteiler muß dazu natürlich raus. Wenn man den Motor in der Zwischenzeit nicht bewegt, läßt er sich ausreichend genau wieder einsetzen, wenn man die Stellung des Verteilerfingers möglichst genau am Rand markiert.
- Fliehgewichte im Untergeschoß rausnehmen, Lager- und Gleitstellen mit Hochtemperaturfett leicht fetten
- Magnetsensor erneuern (Obacht, da wurde irgendwann der Stecker geändert, der alte läßt sich wiederverwenden, wenn man die Drähte möglichst nah am Stecker an die des neuen Sensors anlötet und mit Schrumpfschlauch isoliert)
- Verteilerfinger, Verteilerdeckel, Zündgeschirr ist Standardprogramm.
- Unterdruckdose: manchmal schwierig rauszufinden, welche verbaut wurde (bei mir wars ne andere als aus den Ersatzteillisten erkennbar). Manchmal hilft die Original-Bosch-Nr. weiter, deren letzte 3 Stellen sind auf dem Zughebel eingeprägt. Viele Dosen sind nicht mehr lieferbar, aber mit Glück als NOS aufzutreiben (meine gabs noch bei CP). Provisorisch kann man natürlich ne andere anbauen, der Motor wird schon irgendwie laufen. Bei einigen Motortypen wurden U-Dosen mit zwei Schlauchanschlüssen (zur ZZP-Verstellung bei Schubbetrieb) verbaut.
- Zündspulen halten auch nicht ewig (bei mir immerhin 38 Jahre)...
- Die Zündelektronik ist auch zu erschwinglichen Preisen verfügbar (die Kataloge der Hersteller unterscheiden nicht immer zwischen der Ausführung mit und ohne angebautes Kühlblech - läßt sich aber mit etwas Geschick adaptieren).
- Und dann natürlich der "Vergaser des Grauens": die Pull-down-Dose wirkt sich auf das Warmlaufverhalten nicht aus, kann aber Ärger bei der Startphase machen. Die Dosen für den 2E2 sind noch verfügbar, notfalls als Chinesen-Nachbau.
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Applause »

Habe heute das schöne Wetter genutzt um eine Runde zu drehen.
Auf dem Rückweg hat sich dann der sägende Leerlauf wieder gezeigt.
Auf dem Garagenhof dann den U-Druckschlauch vom Verteiler abgezogen.
Leerlauf fast wieder normal.
Schlauchende zugehalten, schwups fängt er wieder an zu sägen.
Schlauchende offen, wieder fast normaler Leerlauf, usw.
Also doch iwas Richtung Vergaser.
Lustigerweise hat sich alles gefangen als ich den Schlauch wieder auf den Verteiler geschoben habe.

@Paul
ist dein Schlauchplan übersichtlicher wie in den 3 Selbsthilfebüchern?
Dann bitte an
einfach.alles.andere(ät)gmail.com
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von paul_mh »

Guten Morgen,

Unterlagen sind per Mail geschickt!

Der Verteiler hängt am Unterdruck des Ansaugkrümmers. Das ist also grundsätzlich einmal separat von dem Unterdrucksystem, mit dem der Leerlauf gesteuert wird. Ich würde jetzt einmal darauf tippen, dass er im warmen Leerlauf einfach viel zu fett ist und wenn du am Verteiler den Schlauch abziehst, holt er sich dort zusätzliche Luft und er kommt wieder Richtung "Lambda 1" - Also würde ich die CO-Schraube und dessen Halterung einmal durchputzen und einstellen.

Grundeinstellung ist glaube ich: ganz hinein und dann 3 Umdrehungen heraus. Achtung: Das ist eine Luft-Einstellung: hinein drehen = weniger Luft = fetteres Gemisch.

Beste Grüße,
Paul
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von Applause »

Hallo Paul

danke für die Unterlagen.

Ich werde mir die Sache mal genauer anschauen.
Habe zwar jetzt die Grundeinstellung der Düsen nicht gefunden,
habe ja aber auch nur mal schnell drüber geschaut ;)

Gibt es etwas zu beachten beim Abnehmen des Vergaserfeckels?
Irgendeine Feder oder Kugel die mir entgegen springt?

Werde mir den Vergaser aber nach Hause holen um den in Ruhe zu zerlegen.
Muss ja eh die Ansaugbrücke abbauen um die Abgaskrümmerdichtungen zu tauschen.

Grüße
Piet
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Re: Sägender Leerlauf und "Bocken" beim halten der Geschwindigkeit

Beitrag von paul_mh »

Applause hat geschrieben: Di 15. Feb 2022, 18:35
Gibt es etwas zu beachten beim Abnehmen des Vergaserfeckels?
Irgendeine Feder oder Kugel die mir entgegen springt?
Hallo Piet,

In der Anleitung steht, dass man die Luftkorrekturdüse (CO-Schraube) mit einem Abgasmessgerät einstellen muss, die "Grundeinstellung" ist meine persönliche Erfahrung. Diese Einstellschraube sitzt in dem kleinen Röhrchen oben am Vergaser, da braucht man nur den Luftfilterdeckel runter nehmen! Dann kann man das Röhrchen abschrauben, das alles reinigen und wieder zusammenbauen.

Wenn man Vergaser Oberteil & Unterteil trennt, dann wird mit höchster Wahrscheinlichkeit die Dichtung kaputt gehen, also unbedingt zuerst einen Reperatursatz besorgen, findet man problemlos über eine Suchmaschine deiner Wahl (Pierburg 2E2 Reparatursatz). Man hat dann direkt die Schwimmerkammer und den darin befindlichen Sprit vor sich. Die Achse an dem der Schwimmer hängt, ist nur hinein geschoben, die könnte herausfallen wenn man es seitlich hält. Sonst kommt einem nichts entgegen.

Beste Grüße,
Paul
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